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…Bilder, Orientierung, Sicherheit

  • Autorenbild: Florence Bernhard
    Florence Bernhard
  • 29. Apr.
  • 3 Min. Lesezeit

„Hier wird für jedes Kind Raum geschaffen.“ Alexandra Hartwig, Leiterin Sonderpädagogik


Rahel Tschopp und ich sind weiterhin in Bremen unterwegs🎒und sammeln Eindrücke.


Wir kommen am Morgen an der Ganztagssschule Andernacherstrasse in Bremen an. Es ist ruhig im Haus. Kinder gehen in ihre Räume, einige bleiben kurz stehen und orientieren sich. Vieles ist markiert, eine klare Signaletik: Bilder, Symbole, wiederkehrende Abläufe. Die Gestaltung wirkt durchdacht und stringent.


Wie zeigt sich hier Inklusion im Alltag?

In allen Räumen hängen Metacom Bilder. Überall gleich aufgebaut, verlässlich, wiedererkennbar. Tagesabläufe sind visualisiert, Aufgaben klar strukturiert, Materialien vorbereitet. Für einige Kinder ist das zentral. Sprache allein reicht oft nicht, visuelle Hinweise übernehmen eine tragende Funktion.


Das Arbeitssystem erinnert mich stark an TEACCH. Klettmappen, klar definierte Arbeitsschritte, ein sichtbarer Anfang und ein eindeutiges Ende. Kinder wissen, was erwartet wird und wann eine Aufgabe abgeschlossen ist.


Räume sind bewusst gestaltet. Reduzierte Reize, klar zugeordnete Bereiche, Funktionsecken. Rückzug und Bewegung sind vorgesehen. Die Schulleiterinnen erzählen uns, dass viele Kinder zu Hause wenig Platz haben, die Schule liegt in einem Brennpunktgebiet von Bremen. Der Sozialindex ist hier am höchsten. Die Schule übernimmt eine zusätzliche und wichtige Funktion, hier dürfen sie Erfahrungen machen, die ihnen zu Hause nicht geboten werden können.

Die Grundstruktur ist in allen Klassen vergleichbar. Morgenkreis, Freiarbeit, Arbeitszeit, Vorlesezeit usw., viele wiederkehrende Abläufe. Gleichzeitig zeigen die Räume eine eigene Ausprägung.


Zusammenarbeit und Verantwortung

Multiprofessionelle Teams prägen den Alltag. Lehrpersonen, Sonderpädagog:innen, Erzieher:innen, Assistenzen. Sie begleiten die Kinder über den ganzen Tag hinweg.

Augenhöhe wird aktiv thematisiert. Trotz unterschiedlichen Anstellungen wird darauf geachtet, dass alle Beteiligten gleichwertig am pädagogischen Prozess beteiligt sind. Verantwortung wird im Team getragen. Die Zuständigkeit bezieht sich auf die gesamte Lerngruppe.

Der Montagnachmittag ist verbindlich als Teamzeit gesetzt. Zusätzlich entstehen Absprachen im Alltag, häufig in den Pausen. Die Zusammenarbeit wird intensiv gelebt.


Strukturen, die Orientierung geben

Die Tagesstruktur ist hier an der Ganztagsschule Andernacherstrasse ein zentrales Element. Sie wird kontinuierlich eingefordert und weiterentwickelt.

Förderpläne werden zweimal jährlich im Team erstellt und dokumentiert.

Räume werden vor allem bei Kindern mit besonderen Bedürfnissen sorgfältig eingeführt, Rituale aufgebaut, Abläufe eingeübt.

Unterstützte Kommunikation ist im Alltag verankert. Metacom, Gebärden und digitale Hilfsmittel wie MetaTalk werden eingesetzt. Beeindruckend, wie diese Hilfsmittel mit einer Selbstverständlichkeit gebraucht werden.


Teilhabe im Kleinen

In kleinen und grösseren Projekten sind alle Kinder beteiligt, mit unterschiedlichen Zugängen und Unterstützungsformen.

Kinder übernehmen Aufgaben füreinander. Unterstützung untereinander ist Teil des Alltags und für die Kinder hier normal und selbstverständlich. Ein Kind hat im Sportunterricht ein anderes stark autistisches Kind immer wieder begleitet und ihm gezeigt, wann es wo hinrennen darf. Das hat uns tief beeindruckt resp. beeindruckt hat uns vor allem diese Selbstverständlichkeit, dass einander geholfen wird.


Und die Erwachsenen?

Die Schulleiterinnen erwähnen in unserem Austauschgespräch, dass sich die Elternarbeit anspruchsvoll gestaltet. Sprachliche Barrieren und unterschiedliche Schulverständnisse beeinflussen die Zusammenarbeit. Niederschwellige Kontaktmöglichkeiten am Morgen werden genutzt: die Eltern dürfen ihre Kinder bis ins Schulzimmer begleiten und auch noch das eine oder andere mit den Lehr- und Betreuungspersonen besprechen.

Kinderversammlungen und Atelierpräsentationen sind von den Eltern gut besucht. Diese Formate ermöglichen Beteiligung im gemeinsamen schulischen Kontext und erleichtern den Zugang zur Schule für Eltern.


Ich gehe durch das Haus und nehme viele bewusst gesetzte Strukturen wahr. Räume, Abläufe, Zusammenarbeit. Hier nehme ich mit🎒, wie Bilder Orientierung geben und Teilhabe für alle möglich machen🥰.


Danke, liebes Team der Ganztagsschule Andernacherstrasse Bremen für den herzlichen und offenen Empfang und den spannenden und inspirierenden Austausch🙏🏻!

Danke, liebe Rahel, fürs zusammen reisen, austauschen, ergänzen und inspirieren🤩!

 
 
 

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