Kinderschule in Bremen - inklusive Bildung ganz selbstverständlich
- Florence Bernhard
- 27. Apr.
- 3 Min. Lesezeit

Während der Reise🎒nach Bremen habe ich mich gefragt, was uns wohl dort erwartet:
Vieles, was ich über das Schulsystem Bremen gelesen habe, kreist um knappe Ressourcen und grosse Herausforderungen. Und gleichzeitig tauchen immer wieder Hinweise auf Schulen auf, die genau unter diesen Bedingungen eigene Wege gehen, dass gerade hier Entwicklungen rund um inklusive Bildung entstehen, wo genaueres Hinschauen sich lohnt!
Eine der Schulen, die wir heute besucht haben, ist die Kinderschule, danke Philine, für die Einladung!
Schon im ersten Gespräch beschreiben sie ihr Verständnis von Schule: keine Spezialisierung, keine Einteilung der Kinder mit besonderen Bedürfnissen nach Kategorien (wie z.B. im Kt. Zürich Sonderschultyp A, B oder C). Sie sind eine Schule für alle, „wir nehmen einfach Kinder auf“.
Einblick in den Alltag
Am Morgen sitze ich in einer Klasse im Kreis. Zwanzig Kinder, ein Raum, der enger ist, als ich es erwartet hätte. Ich bleibe kurz bei diesem Eindruck, weil er so wenig mit den Bildern übereinstimmt, die oft gezeichnet werden, wenn es um gute Bedingungen für inklusive Bildung geht.
Die Kinder kommen an. Diese erste Phase wird hier „Herzzeit“🥰 genannt. Materialien liegen bereit, Spiele auch. Die Kinder dürfen selber wählen, woran sie arbeiten möchten. Einige Kinder steigen direkt ein, andere lassen sich Zeit, schauen, orientieren sich. Es passiert wenig Auffälliges, und vielleicht ist es genau das, was mich beschäftigt.
Später ertönt ein Gong. Die Kinder räumen auf, holen ihren Znüni und setzen sich wieder in den Kreis. Es geht ruhig und zügig, ohne dass viel gesagt wird. Die Abläufe sind so verankert…sie werden von allen gelebt.
Im Laufe des Vormittags wird sichtbarer, was dahinterliegt. Der Tagesablauf ist klar strukturiert und für die Kinder gut zugänglich. Er wird zusätzlich mit #Gebärden begleitet, die alle kennen und nutzen. Es gibt ein „Tageskind“, das durch den Tag führt und Orientierung gibt.
Gleichzeitig bleibt Raum für unterschiedliche Zugänge zum Lernen. Neben Phasen mit klaren Aufträgen gibt es Zeiten, in denen die Kinder eigenen Interessen nachgehen können. „Fächer“ gibt es nicht, auch z.B. keinen klassischen NMG-Unterricht, die Kinder arbeiten nicht alle am gleichen Thema. Eine Fachperson erzählt, dass sie hier auch ihre „Leidenschaften unterrichten“ dürfen. Kunst, Garten, Natur, all das, was die Erwachsenen und auch die Kinder mitbringen, wird Teil des Lernangebots.
Gemeinsam im Team
Im Team wird vieles gemeinsam getragen. In jeder Gruppe arbeiten mehrere Fachpersonen zusammen, und im Alltag tritt in den Hintergrund, wer welche Ausbildung hat. Förderplanung entsteht im #Team, Fragen zu einzelnen Kindern werden dort besprochen und weiterentwickelt.
Spannende Elternmitwirkung
Auch die Eltern sind präsent. Sie kochen, übernehmen Aufgaben im Schulalltag und sind im Haus unterwegs. Begegnungen entstehen dabei fast nebenbei.
Im Verlauf des Tages verschiebt sich mein Blick. Am Anfang habe ich auf einzelne Elemente geachtet: auf den Raum, die Rituale, die Organisation. Mit der Zeit interessiert mich stärker, wie diese Dinge zusammenwirken.
Für mich eine zentrale Frage: Woran liegt es, dass das so funktioniert?
Die Klarheit der Abläufe. Die gemeinsame Verantwortung im Team. Eine Haltung, die sich nicht in Konzeptpapieren zeigt, sie zeigt sich eindeutig im Alltag. Sie wird von allen getragen und gelebt🥰.
Mein Rucksack🎒 füllt sich weiter:
Vieles, was ich gesehen habe, lässt sich schwer in einzelne Punkte fassen. Es zeigt sich im Alltag, in den Abläufen, im Miteinander. In der Art, wie Verantwortung geteilt wird und wie selbstverständlich Kinder ihren Platz haben.
Mich hat beeindruckt, mit welcher Ruhe und Klarheit hier an der Kinderschule Bremen Teilhabe möglich wird. Für alle Kinder.
Ich gehe mit grossem Respekt vor dem, was an diesem Ort jeden Tag geschieht.
Danke Rahel Tschopp, für die spannende Begleitung, den Austausch und einfach alles!




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