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Der "Bedürfniskoffer"

  • Autorenbild: Florence Bernhard
    Florence Bernhard
  • 18. Dez. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 20. Dez. 2025


Ein Kind steht während des Spiels auf und verlässt den Kreis. Niemand schaut irritiert auf. Niemand ruft hinterher.


Später erzählt mir die Lehrerin vom „Bedürfniskoffer“. Er gehört zur Klasse, steht bereit, ohne grosse Erklärung. Wenn es zu viel wird, spricht sie das Kind leise an und fragt, ob es noch bleiben möchte oder ob eine Pause mit dem Bedürfniskoffer gut tut. Manchmal bleibt es. Manchmal geht es. Beides ist geklärt. Der Unterricht läuft weiter.


Unterwegs auf der inklusiven Lernreise🎒

Ich bin im Rahmen meiner inklusiven Lernreise an der Schule Guggach in der Stadt Zürich, die es erst seit 1.5 Jahren gibt. Eine der beiden Schulleiterinnen kenne ich, unser Gespräch ist nah am Alltag. Wir sprechen über Organisation, über Zusammenarbeit, über das, was sich im täglichen Tun bewähren muss.


Arbeiten im Cluster

Die Schule arbeitet in Clustern, mehrere Klassen gehören zusammen. Was mir sofort auffällt: Türen stehen offen, Kinder bewegen sich zwischen den Lernorten. Lehrpersonen sind sichtbar, nicht nur für „ihre“ Klasse. Heilpädagog:innen, DaZ-Lehrpersonen, Assistenzen und Betreuung sind im Cluster präsent.

Alle Lehrpersonen arbeiten nach dem Churermodell. Der Unterricht ist rhythmisiert, die Lernphasen klar erkennbar. Die Cluster greifen diese Struktur auf. Raum und Arbeitsweise sind aufeinander abgestimmt.

Einmal pro Woche treffen sich die Cluster-Teams. Oft in einer Pause. Auch Assistenzen und Betreuung sind dabei. Es geht um Kinder, um Beobachtungen, um kleine Verschiebungen im Alltag. Was geklärt werden muss, wird im Cluster geklärt.


Gemeinsame Rituale

Montag, 8.20 Uhr. Die ganze Schule singt. Zehn Minuten. Vor dem Singen stellen sich jeweils drei Personen aus dem Team kurz vor und erzählen etwas Persönliches. Lehrpersonen, Betreuung, Küche, Hauswart. Alle sind da.

„Eine Schule für alle“, Präsenz und Beziehung ist für das Team der Schule Guggach zentral.


Atelierunterricht

Am Montag gibt es Atelierunterricht. In der Unterstufe am Morgen, in der Mittelstufe am Nachmittag. Tanz, Musik, Kunst, Elektronik, Film, Zeitung, Spiele und und und. Lehrpersonen bieten an, was sie gut können und gerne tun. Die Angebote sind altersdurchmischt. Manche bleiben später im Schulalltag sichtbar, etwa die Spiele, die nun in den Clustern genutzt werden.


Was ich mitnehme🎒:

Beim Rundgang durch das Schulhaus fallen mir viele kurze Begegnungen auf. Kinder, Erwachsene, dazwischen Gespräche, Wege, Übergänge.

Für Kinder bedeutet das: da sein können. Mitgehen können. Auch dann, wenn es gerade nicht leicht ist.


Danke, liebe Prisca Massüger und Team der Schule Guggach für den wunderbaren Einblick!

 
 
 

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